Anatomie

Sinneshaare

Alle Spinnentiere sind mehr oder weniger stark behaart. Die meisten dieser Haare sind winzig klein und mit Nerven in Verbindung. Man nennt sie Sinneshaare. Sie übermitteln den Tieren Informationen über ihre Umwelt.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Sinneshaaren: Solche um Düfte aufzunehmen, und solche um zu fühlen. Es kann vorkommen, dass ein Skorpion plötzlich stehen bleibt, beginnt zu graben und nach kurzer Zeit ein Insekt in den Scheren hält. Das kommt daher, dass Skorpione Dufthaare an den Füssen haben. Diese erstaunlichen Lebewesen können nicht nur Bodenerschütterungen orten, sondern auch Schwingungen in der Luft wahrnehmen, wie sie zum Beispiel eine Fliege produziert. Dafür sind die Trichobothrien verantwortlich. Nehmen diese Haare eine Bewegung in der Luft wahr, so fangen sie an zu schwingen. Hört die Schwingung in der Luft auf, so stehen die Becherhaare sofort wieder still.

Die Kämme

Die Kämme, Pectines genannt, sind Vielzwecksorgane, die mit Sinnesstrukturen gepflastert sind. Mit diesem Organ kann ein Skorpion Erschütterungen wahrnehmen, die Bodenbeschaffenheit beurteilen, Wasser finden und Duftspuren von Artgenossen identifizieren. Zum Beispiel um ein Weibchen zu finden, oder Beute ausfindig zu machen.

Einige Skorpione haben auch die Fähigkeit, Laute von sich zu geben (Stridulieren). Ein Beispiel ist Rhopalurus junceus, welcher mit seinem Kamm zischende Geräusche erzeugen kann. Einige Parabuthus Arten kratzen mit ihrem Stachel über den Rücken, was auch wieder ein zischendes Geräusch ergibt.

Was sehen Skorpione

Skorpione besitzen zwei Typen von Augen. Die einen sind die Medianaugen, die als Hauptaugen funktionieren. Sie befinden sich in der Mitte des Carpax und überblicken den ganzen Raum über dem Tier. Weiter haben sie noch 5 bis 7 Lateral-(Neben) Augen, jeweils an der linken- und rechten Seite. Insgesamt besitzen sie also bis zu 12 Augen, mit denen sie allerdings nicht sehr gut sehen können. Ihre Augen funktionieren eher wie ein Nachtsichtgerät, so kann er sich in seiner Hauptaktivitätszeit, der Nacht gut orientieren. Die Augen sind etwa 1000-mal lichtempfindlicher als  unsere. Einige Arten, die in tiefen Höhlen leben, besitzen gar keine Augen mehr.

Skorpione als Gifttiere

Alle Skorpione sind Gifttiere. Das bedeutet, dass sie ihr Gift parenteral, ohne Umweg über den Verdauungstrakt, direkt in den Kreislauf des Opfers einbringen. Skorpione haben am Ende ihres Schwanzes (Metasoma) einen Stachel (Telson) der als Stechapparat funktioniert. Der Stachel ist über zwei feine Ausführkanäle mit ein paar Giftblasen in Verbindung in deren Epithel (Drüsen) sich die giftsezernierenden Drüsenzellen befinden. Das Gift wird in der Giftblase gespeichert, was nicht bedeutet, dass nach einmaligem Gebrauch die Blase leer und der Skorpion somit ungiftig ist. Vielmehr gehen Skorpione sehr sorgfältig mit ihrem Gift um, was auf die hohen „Produktionskosten“ hinweist.

Skorpiongift besteht aus einer komplexen chemischen Zusammensetzung. Von den etwa 1500 Arten sind etwa 26 für den Menschen wirklich gefährlich. Skorpione sind gegen ihre eigene Waffe immun. Woran erkennt man, ob ein Skorpion für den Menschen gefährlich werden kann? Man erkennt sie durch die Faustregel: Je dicker der Schwanz, im Verhältnis zu den Scheren, desto giftiger ist der Skorpion. Das ist jedoch wirklich nur eine Faustregel. Die Ausnahme bestätigt die Regel.